Aktuelle Zeit: 17. Jul 2018, 02:22

Erst Eisbären, jetzt Braunbären?

Erst Eisbären, jetzt Braunbären?

Beitragvon Dr. Franz Bügelmeier » 11. Jul 2010, 15:14

Sehr geehrte anwesende Bildungsbürger,

in Folge 28 der Bildungsbürgerschau erfuhren wir vom Versuch des Clubmitglieds Dr. Spindelhirn, Esbären Phänomänologie beizubringen (siehe auch Spindelhirnblog). Der Versuch scheiterte grausam daran, dass sich die Eisbären die Augen zuhielten, um von ihrer Beute nicht gesehen zu werden, die Beute so aus dem Blick verloren und verhungerten.

Bild

Ich erspare mir die Erklärungen im Detail, man kann sie im Podcast nachhören. Was uns nun jedoch herausfordert ist die Tatsache, dass sich offenbar ein noch unbekannter abtrünniger Bildungsbürger sich der Methoden unseres geschätzten Clubmitglieds bemächtigt und auf Braunbären übertragen hat, wie diese Aufnahme dokumentiert:

Bild

Bildungsbürger! Wir müssen etwas unternehmen! Sonst ist der Bestand der Braunbären bald ebenso gefährdet wie der der Eisbären! Haben Sie Vorschläge? Ich jedenfalls sehe keinen anderen ausweg, als Bildungsbürger Spindelhirn mit einer vom BBC (Bildungsbürger Club) Vorstand offiziell genehmigten Expedition zu beauftragen. Er muß in die Wälder und herausfinden wie und durch wen dieses Unheil angerichtet wurde. Leider befindet sich Dr. Spindelhirn derzeit in einer Geiselnahme, die er nicht kurzfristig absagen kann. Die Entführer gestatten ihm jedoch einen begrenzten Internetzugang, so dass ich hoffe, seiner Meinung zu diesem Thema hörig zu werden.

Bildungsbürger! Ich bin schockiert und ratlos!
Kommissarischer Stellvertretender Vorsitzender des BBC
www.bildungsbuergerschau.de
Benutzeravatar
Dr. Franz Bügelmeier
Forum Admin
 
Beiträge: 41
Registriert: 07.2010
Wohnort: NRW
Geschlecht: männlich

Re: Erst Eisbären, jetzt Braunbären?

Beitragvon Dimitri Raminov » 11. Jul 2010, 16:47

Auf welche Daten stützen sich die beschriebenen Sichtungen?

Entstammt die gezeigte Aufnahme lediglich einer Einzelsichtung oder liegen schon statistische Informationen über die Verbreitung in Anzahl und geographischer Lage des Symptoms vor?

Mich würde auch aus biologischer Sicht interessieren, ob die Anatomie des Eis- bzw. Braunbären soweit kompatibel ist, dass dort eine Weitergabe des Gedankenguts (auf unbestimmtem Weg) möglich wäre. Es ergibt sich zwangsläufig die Frage, wie die Braunbären der Phänomänologie (falls es hier zutrifft) mächtig geworden sind? Und überhaupt: Wäre der Mensch nicht auf der Welt anwesend, würde sich jemals ein Braun- und ein Eisbär in freier Wildbahn begegnen? Und kann man sie kreuzen?
Dr. Dimitri Raminov
Benutzeravatar
Dimitri Raminov
 
Beiträge: 14
Registriert: 07.2010
Wohnort: Bielefeld
Geschlecht: männlich

Re: Erst Eisbären, jetzt Braunbären?

Beitragvon Dr. Franz Bügelmeier » 11. Jul 2010, 19:57

Die statistischen Daten sind nicht ganz eindeutig. Dies liegt vor allem an der kleinen Stichprobenauswahl. Als Grundgesamtheit nehmen wir den beobachteten sibirischen Bärenwald. Insgesamt handelt es sich um die Befragung des sibirischen Bauerns Iwan Stochastik, der dieses Beweisfoto geschossen hat. Mit diesem zugegebenermaßen kleinen Stichprobenumfang kommt man auf folgende Verteilung:


Bild

Auf mein Drängen (und etwas finanzielle Zuwendung), erinnerte sich Bauer Iwan dann an einige interessante Begleitumstände, aus der sich ein akzeptabler Stichprobenumfang extrapolieren lässt. Die Schätz-Methode dazu habe ich selbst entwickelt:

Wie wir wissen, teilen sich biologische Wesen eine bestimmte Prozentzahl von genetischem Material. Man sagt z.B., der Schimpanse trüge 98-99% des menschlichen Erbgutes. Ich habe daher alle Lebewesen, an die sich Bauer Iwan erinnerte nach deren genetischer Ähnlichkeit zum Braunbären einsortiert. Wesen, die sich 80 oder mehr Prozent des Genoms mit dem Braunbären teilen, wurden als Bär klassifiziert, darunter als Nichtbär. So erhalte ich zwei Gruppen, einmal die Bärenähnlichen Wesen zum anderen die bärenunähnlichen.

Die Zuordnung sieht im Einzelnen so aus:

Beobachtungseinheit, Prozentualer Anteil am Bärengenom, Zuordnung zur Bärenkategorie Ja/Nein
Augen zu?
Erklärungen


Bär 100%, ja
Augen zu

Waschbär 98%, ja
Augen zu
Hat sich die Nase geputzt, aber das war dieselbe Grundhandlung

Bibär 98%, ja
Augen zu
siehe Waschbär

Hund 90%, ja
Augen zu
Schlief mit Augen zu

Katze 90%, ja
Augen zu
Leckte sich die Pfoten, aber auch als Augenzuhalten interpretierbar

Drei mongolische Mönche 94%, ja
Augen zu
meditierten

Liebespärchen 98%, ja
Augen zu
Hielten sich gegenseitig öfters von hinten die Augen zu

Drei spielende Kinder 94%, ja
Augen zu
Spielten verstecken, wobei eines immer die Augen zuhalten und bis 100 zählen musste

Blindes Huhn 84%, ja
war blind
Augen zu

Herumliegender Teddybär 99%, ja
Augen zu
Beide Knopfaugen fehlten bereits

Siebenschläfer 93 %, ja
Augen zu
schlief

Waldarbeiter 98 %, ja
Augen zu
Wischte sich den Staub aus dem Gesicht, war aber deutlich als Augenzuhalten zu erkennen

Blindschleiche 70 %, nein
Augen zu
war blind

Redieschen 33%, nein
Augen nicht zu

Fisch 65%, nein
Augen nicht zu

Förster, 94%, ja
Augen nicht zu
Saß auf dem Hochsitz. Hätte er die Augen zu, wäre er runtergefallen

Eidechse, 63%, nein
Augen nicht zu

Honigbiene, 55% nein
Augen nicht zu

Fleischfressende Pflanze, 33%, nein
Augen zu
jedenfalls nach Auskunft des Bauern Iwan

Spinne, 40%, nein
Augen nicht zu

Krabbelkäfer, 40%, nein
Augen nicht zu

Gänseblümchen, 29%, nein
Augen nicht zu

Augenfalter, 44%, nein
Augen nicht zu
Augen waren deutlich auf dem Rücken zu erkennen

Heuschrecke,44%, nein
Augen nicht zu

Schmetterling, 27%, nein
Augen nicht zu

Hummel, 66%, nein
Augen nicht zu

Neugieriger Passant
Augen nicht zu
Nar nicht genau zu erkennen, aber wenn neugierig, dann sicher mit Augen auf

Heidelbären, 99%, nein
Augen nicht zu


Nun musste ich nur noch überprüfen, ob die sich Bären den Nichtbären überzufällig häufig die Augen zuhalten. Dies vollzog ich über einen Chi-Quadrat-Test:

Bild

Der Chi Quadrat Test ist mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von weit unter 5% hochsignifikant. Die Nullhypothese, derernach kein Zusammenhang zwischen Bären und Augenzuhalten angenommen wird, ist zu verwerfen.

Wir haben es mit einer mittelstarken Korrelation (Phi = 0,642) zwischen Bären im Bärenwald und dem dubiosen Augenzuhalten zu tun. Mir ist klar, dass es sich um Schätzwerte handelt. Doch möglicherweise liegt ein Indiz für eine sich androhende Katstrophe vor. Da kann man nicht warten, bis die Schätzungen zu Gewissheiten werden. Denn dann könnte es zu spät sein.

Zu Ihrer Frage, wie die Braunbären der Phänomenologie mächtig wurden, späkuliere ich stark auf die Methoden Spindelhirns, die gestohlen und mißbraucht wurden.

Ihre Frage nach einer Kreuzigung beider Bärenarten konnte ich nur experimentell überprüfen. Ja, es geht:

Bild


Ich sehe momentan nur ein Clubmitglied in der Lage, sich auf eine so gewagte Expedition wie die in den sibirischen Bärenwald zu begeben und die ist derzeit entführt.
Kommissarischer Stellvertretender Vorsitzender des BBC
www.bildungsbuergerschau.de
Benutzeravatar
Dr. Franz Bügelmeier
Forum Admin
 
Beiträge: 41
Registriert: 07.2010
Wohnort: NRW
Geschlecht: männlich

Re: Erst Eisbären, jetzt Braunbären?

Beitragvon Dr. J. Spindelhirn » 12. Jul 2010, 18:09

Das sind in der Tat besorgniserregende Statistiken. In aller Offenheit muss ich die Schuld zwangsläufig bei einem meiner Gegner suchen. Es ist bezeichnend, dass gerade eine meiner Fehlschläge nun plagiiert wird. Da kann es nur Ziel sein, mich weiter zu diskreditieren. Leider sind mir derzeit die Hände gebunden, im wörtlichsten Sinne. Zum Glück kann ich mit allen 10 Zehen tippen. Sobald ich in Freiheit bin, werde ich den Vorfall eventuell weiter untersuchen, falls es mein Terminkalender erlaubt.

Ich befürchte eine Epidemie. Viele Tiere neigen zur Nachahmung. So könnte die phänomenologische Philosophie auch auf weitere Arten übergreifen. Wie etwa Wölfe oder auch Biber. Während der Verlust der Bären ja viele Vorteile beim Campen hat, würde mich die weitere Dezimierung der Biber als Vertreter der Auen-Rekonstruktions-Partei doch arg betrüben. Ein Glück, dass bisher nur Bären betroffen sind.

mfg

Prof.Dr.Judas Spindelhirn
Benutzeravatar
Dr. J. Spindelhirn
 
Beiträge: 4
Registriert: 07.2010
Wohnort: Madagaskar
Geschlecht: männlich


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron